{"id":3446,"date":"2023-03-01T01:44:47","date_gmt":"2023-03-01T00:44:47","guid":{"rendered":"https:\/\/princesszuleika.de\/?p=3446"},"modified":"2023-04-01T01:44:57","modified_gmt":"2023-03-31T23:44:57","slug":"gedanken-zum-thema-sicherheit-im-bdsm-kontext","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/gedanken-zum-thema-sicherheit-im-bdsm-kontext\/","title":{"rendered":"Gedanken zum Thema Sicherheit im BDSM-Kontext"},"content":{"rendered":"\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; admin_label=&#8220;section&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row admin_label=&#8220;row&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; custom_padding=&#8220;|||&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; custom_padding__hover=&#8220;|||&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text admin_label=&#8220;Text&#8220; _builder_version=&#8220;4.16&#8243; background_size=&#8220;initial&#8220; background_position=&#8220;top_left&#8220; background_repeat=&#8220;repeat&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;]<p>Vor allem Neulinge oder Au\u00dfenstehende sind manchmal ganz erstaunt, dass es doch (sowohl f\u00fcr die Community im Ganzen, als auch f\u00fcr mich individuell als Einzelne) sehr deutliche Regeln im BDSM-Kontext gibt, die transparent und klar definiert und kommuniziert werden. Oft muss ich mit Vorurteilen aufr\u00e4umen. Nat\u00fcrlich gibt es nicht &#8222;den richtigen SM&#8220;, aber das ein oder andere halte ich dennoch f\u00fcr wichtig zu erw\u00e4hnen, um sich zumindest grob und v. a. als Anf\u00e4nger_in an bestimmten Prinzipien orientieren zu k\u00f6nnen.<br \/>Vielleicht interessiert das ein oder andere ja auch manche der Lesenden hier.<\/p>\n<p>Nun also:<br \/>Ein paar Erkl\u00e4rungen und meine Gedanken u. a. zum Thema &#8222;Sicherheit&#8220;, speziell im Bereich BDSM.<\/p>\n<p><em>Gleich vorweg: Alles, was ich in meinem Blog von mir gebe, spiegelt, wenn nicht anders deutlich gekennzeichnet, lediglich MEINE pers\u00f6nliche Meinung, meine Philosophie und meine Vorstellungen wider.<\/em><br \/><em>Ich pers\u00f6nlich lasse meine ganz private Einstellung zum Thema Sexualit\u00e4t, BDSM, Kink in meine Arbeit als professionelle Bizarrlady einflie\u00dfen und lege Wert darauf, dass meine SpielpartnerInnen, egal ob im Studiokontext, privat oder sonstwo, damit weitestgehend kompatibel sind.<\/em><\/p>\n<p><strong>Definition:<\/strong><\/p>\n<p><strong>BDSM<\/strong> (ja, fangen wir bei den Basics an\u2026 schadet nicht)<\/p>\n<p>ist ein Akronym und die Buchstaben stehen f\u00fcr<\/p>\n<p>B &amp; D Bondage &amp; Disziplin<br \/>D &amp; S Dominanz &amp; Submission<br \/>S &amp; M Sadismus &amp; Masochismus<\/p>\n<p>Allein hier wird deutlich, dass BDSM verschiedene Aspekte zusammenfasst, die sich individuell \u00fcberschneiden, aber auch getrennt voneinander existieren k\u00f6nnen und in ihrer Auspr\u00e4gung, Intensit\u00e4t und Art der konkreten Umsetzung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich unterscheide bei der Rollenverteilung unter:<\/p>\n<p><b>Dominant <\/b>(f\u00fchrend, bestimmend)\u00a0<b>\/ Devot\u00a0<\/b> (submissiv, ergeben, unterw\u00fcrfig, dienend)<b><br \/><\/b><\/p>\n<p><b>Sadistisch \/ Masochistisch<\/b> (Lustgewinn durch Schmerz zuf\u00fcgen \/ empfangen, Stichwort &#8222;Lustschmerz&#8220;, bitte nicht verwechseln mit dem Begriff Sadismus im pathologischen Sinne. Einvernehmlicher SM und r\u00fccksichtslos angewandte GEWALT sind nicht das Gleiche!!!)<\/p>\n<p><b>Aktiv \/ Passiv<\/b> (Gebend \/ Empfangend)<\/p>\n<p>Beispiele zur Verdeutlichung befinden sich in meinen <a href=\"https:\/\/princesszuleika.de\/about\/faqs\">FAQs<\/a>.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, dies sind nur Beispiele, um die Vielf\u00e4ltigkeit zu demonstrieren, Sexualit\u00e4t hat unz\u00e4hlige Facetten und umso wichtiger ist es, dass im Vornherein eine ordentliche ehrliche Kommunikation stattfindet, Bed\u00fcrfnisse ausgesprochen werden und das eigene Verhalten reflektiert betrachtet wird.<br \/>Wir haben eine Verantwortung f\u00fcr unser Gegen\u00fcber, vor allem, wenn wir uns selbst in einer aktiven\/dominanten Rolle befinden. Und meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr, wenn man sich in einem professionellen gewerblichen Kontext bewegt.<\/p>\n<p>Inwieweit man gemeinsam Grenzen ausloten und ggf. auch ausdehnen kann \/ darf wird klar kommuniziert und es bedarf jeder Menge Vertrauen, Empathie und Feingef\u00fchl und REDEN, REDEN, REDEN, um eine gesunde Basis f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Spiele zu schaffen.<br \/>Ich spreche bewusst von GRENZEN, auf TABUS gehe ich sp\u00e4ter ein.<\/p>\n<p><strong>AFTER CARE<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In einer Session kann viel passieren, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betr\u00fcbt, alles schon erlebt.<br \/>Es kommen Gef\u00fchle auf, man erlebt Unerwartetes, der K\u00f6rper reagiert anders, als bisher gewohnt oder man f\u00e4llt pl\u00f6tzlich in ein tiefes Loch. Man sch\u00e4mt sich vielleicht, ist erstaunt \u00fcber sich selbst oder vielleicht auch erschrocken.<br \/>Ich gehe mit einer Person bewusst in eine Session hinein und ich gehe auch wieder bewusst aus der Session raus. Bewusst, achtsam, pr\u00e4sent.<br \/>Im privaten Kontext kann man nat\u00fcrlich noch individueller und zeitlich weniger eingeschr\u00e4nkt auf sein Gegen\u00fcber eingehen als im Studiokontext, aber f\u00fcr mich pers\u00f6nlich geh\u00f6rt ein \u201eAnkommen\u201c und von mir \u201ezur\u00fcckgeholt werden\u201c zur Session dazu, auch wenn der zeitliche Rahmen nicht unbedingt das hergibt, was privat m\u00f6glich ist.<br \/>Kurz liegen bleiben, wieder ankommen, einen Schluck trinken und sich ggf. nochmal aussprechen oder reflektieren kalkuliere ich in einer Session so gut es geht mit ein. Manchmal kommen die relevanten Gedanken auch erst im Nachhinein auf. Gern kann man mir in dem Fall eine Email schreiben, um mir ein Feedback zu geben oder mir einfach mitzuteilen, wie man etwas empfunden hat und worauf man in einer folgenden Session aufbauen m\u00f6chte.<\/p>\n<p><strong>TABUS im Gegensatz zu Grenzen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich bin pers\u00f6nlich der Meinung, dass das Wort \u201eTabu\u201c oft inflation\u00e4r benutzt wird.<br \/>Aber der Einfachheit wegen erwarte ich bei einer Sessionanfrage nat\u00fcrlich die grobe Beschreibung von Vorlieben und Tabus, damit ich etwas habe, woran ich mich orientieren kann.<\/p>\n<p>Interessant finde ich jedoch immer wieder, wie schnell ein vermeintliches \u201eTabu\u201c innerhalb kurzer Zeit aufgel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<p>Beispiel:<br \/>Person schreibt, dass \u201eanale Spiele\u201c ein Tabu darstellen.<br \/>Ich nehme das erstmal zur Kenntnis und im Rahmen der Session frage ich, wie es denn mit einer sanften Prostatamassage aussieht.<br \/>Person bekommt gro\u00dfe Augen und sagt \u201eja klar, mit Tabu meinte ich eher sowas wie Strapon und gro\u00dfe Plugs, aber einer Prostatamassage bin ich nicht abgeneigt und vielleicht k\u00f6nnen wir mal ein Vibroei austesten.\u201c<br \/>Also, wir halten fest: Anal ist kein Tabu. Es kommt auf den konkreten Kontext an.<\/p>\n<p>Anderes Beispiel:<br \/>Person berichtet mir von einer extremen Nadelphobie. Nadeln sind demnach Tabu.<br \/>Nach 3 oder 4 Sessions kommt das Thema nochmal auf. Die Person ist mittlerweile neugierig, irgendwie reizt es sie, sich \u00c4ngsten zu stellen und ich merke, wie aus einem vorerst gro\u00dfen \u201eTabu\u201c einem \u201eHard Limit\u201c, ein \u201eSoft Limit\u201c und dann ein \u201enaja, ich vertraue ihr und iregdnwie w\u00fcrde es mich ja doch kicken, jetzt will ich es endlich mal austesten\u2026\u201c wird.<br \/>Nach 4 Sessions setze ich der Person das erste mal 3 Nadeln. Oberfl\u00e4chlich an der Brust. Seitdem bauen wir Nadeln oder das Nadelrad immer mal wieder in Sessions ein und experimentieren mit K\u00f6rperstellen. Nadeln sind kein Tabu mehr.<br \/>Was mich daran kickt? Dieses unfassbare Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und der Stolz und die Freude meines Gegen\u00fcbers, sich seinen \u00c4ngsten gestellt zu haben. Und das Wissen, dass die n\u00e4chsten Arztbesuche nach dieser Konfrontationstherapie ab sofort kein Problem mehr darstellen.<\/p>\n<p>Was lernen wir daraus:<br \/>Kommunikation hilft.<br \/>Tabus\/Hard Limits sollten nat\u00fcrlich niemals ohne vorherige Absprache angetastet werden und prinzipiell erstmal respektiert werden. Aber meiner Meinung nach darf dar\u00fcber gesprochen werden und sie k\u00f6nnen manchmal etwas differenzierter formuliert werden.<br \/>Es ist ein Unterschied, ob Stromspiele zum Beispiel aufgrund eines Herzfehlers wirklich indiskutabel tabu sind, oder ob aufgrund von Hemmungen, \u00c4ngsten oder auch manchmal Unwissenheit gewisse Praktiken erstmal abgelehnt werden, bis man bereit daf\u00fcr ist.<\/p>\n<p><strong><br \/>CODEWORT<\/strong><\/p>\n<p>Das Nutzen eines Codeworts im Sinne von &#8222;sofortigem Abbruch&#8220; ist in der BDSM-Szene umstritten.<br \/>Manche sind der Meinung, es sei absolute Pflicht, w\u00e4hrend andere bef\u00fcrchten, dass mit einem Codewort die Grenzen des Subs vielleicht sogar noch eher \u00fcberschritten werden, weil sich zum Beispiel nicht getraut wird, es auszusprechen oder weil Sub so im Adrenalinh\u00f6henflug ist und gar nicht rechtzeitig merkt, dass der n\u00e4chste Rohrstockschlag vielleicht einer zu viel sein wird.<br \/>Ich pers\u00f6nlich sehe MICH in erster Linie auch in der Verantwortung, in solchen F\u00e4llen das Risiko selbst abzusch\u00e4tzen, statt mich nur auf das Rufen eines Codeworts zu verlassen. Ich m\u00f6chte bei meinem Gegen\u00fcber eine bestimmte Wirkung erzeugen und beobachte genau.<br \/>Ich taste mich gern vorsichtig voran und nutze ggf. ein Zahlensystem (Steigerung 1 bis 10 z. B.) oder ein Ampelsystem (gr\u00fcn, gelb, rot), um die Intensit\u00e4t der jeweiligen Praktik zu \u00fcberpr\u00fcfen und dann gemeinsam mit meinem Gegen\u00fcber herauszufinden, wie weit wir gehen k\u00f6nnen oder wollen.<br \/>Ein \u201erot\u201c oder \u201e10\u201c f\u00fchren dann nicht zum sofortigen Abbruch der Session oder der jeweiligen Praktik, so wie es bei einem Codewort oftmals der Fall ist, sondern zu einer Abschw\u00e4chung der Intensit\u00e4t oder einer Pause, wenn n\u00f6tig. Nat\u00fcrlich darf man auch jederzeit klassisch um &#8222;Gnade&#8220; bitten, z. B. bei einer Rohrstocksession. Wobei ich auch das eher als Hinweis oder eben als Bitte sehe, Gnade walten zu lassen und nicht als absoluten Sessionabbruch interpretiere.<br \/>Bei gesundheitlichen Notf\u00e4llen \/ Beschwerden erwarte ich sofortiges Mitteilen in Form von einer kurzen pr\u00e4gnanten Aussage (&#8222;Kreislauf!&#8220;, &#8222;rechter Arm!&#8220;, &#8222;Schwindel!&#8220;), damit ich dementsprechend reagieren kann und wei\u00df, worum es geht. Auch hier w\u00fcrde mir ein willk\u00fcrliches Codewort a la &#8222;Kartoffelsalat&#8220; nichts bringen.<br \/>Aus eben genannten Gr\u00fcnden verzichte ich in professionellen Sessions auf die Verwendung eines einzigen klassischen Codeworts, au\u00dfer wir sehen beide einen Grund darin, dieses zu vereinbaren.<br \/>Ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein beider Seiten und bevorzuge es, auch innerhalb der Session in Kommunikation zu bleiben, verbal oder non-verbal und auf gegenseitige Reaktionen zu achten, um eine gute Balance z.B. von Lust und Schmerz aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall, dass mein Gegen\u00fcber sich aufgrund einer Fesselung oder Knebelung nicht bemerkbar machen kann, habe ich bestimmte Signale, die ich im Vornherein vereinbare. Das kann zum Beispiel das \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen einer Faust oder das Sch\u00fctteln mit dem Kopf sein o. \u00e4.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier nochmal ganz deutlich darauf hinweisen, dass ALLE Beteiligten an einer Session zu JEDERZEIT berechtigt ist, Unwohlsein zu \u00e4u\u00dfern, die Session zu unterbrechen oder gar zu beenden. Auch mir als aktiver Part kann etwas pl\u00f6tzlich zu viel werden, auch ich kann getriggert werden oder mal \u00fcberfordert sein. Es ist zwar in den letzten Jahren wirklich nur sehr selten vorgekommen, aber auch ich habe es schon erlebt, dass ich eine bestimmte Praktik pl\u00f6tzlich nicht weiter umsetzen konnte, weil es z. B. in dem Moment k\u00f6rperlich zu anstrengend f\u00fcr mich wurde. Professionelle SexarbeiterInnen sind auch nur Menschen mit eigenen Bed\u00fcrfnissen und Grenzen, die es zu beachten gilt.<br \/>Bitte vergesst das nicht.<\/p>\n<p><strong><br \/>SSC \/ RACK<\/strong><\/p>\n<p>Wie eben erw\u00e4hnt, ist sich die Community nicht immer einig, was Sicherheitsvorkehrungen innerhalb von Sessions angeht. Letzten Endes muss das jede Person f\u00fcr sich entscheiden und ist oftmals auch abh\u00e4ngig von bestimmten Faktoren und vor allem auch dem Erfahrungsgrad der Beteiligten.<br \/>F\u00fcr mich als professionelle Bizarrlady ist erstmal wichtig, dass MEINE eigenen Tabus und Grenzen innerhalb einer Session gewahrt werden und ich keine Praktiken umsetze, in denen ich mich nicht sicher oder kompetent genug f\u00fchle oder die ich nicht mit meinem Gewissen oder meiner Vorstellung von BDSM vereinbaren kann.<\/p>\n<p>Je besser ich mein Gegen\u00fcber kenne, desto einfacher wird es, auf gegenseitige Bed\u00fcrfnisse einzugehen und Reaktionen besser einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Die BDSM-Szene spaltet sich im Groben in zwei Lager, die zwei verschiedene Modelle verfechten:<br \/><b>SSC <\/b>(Safe, Sane, Consensual, also: sicher, vern\u00fcnftig, einvernehmlich)<br \/><b>RACK<\/b> Risk-aware consensual kink (Bewusstsein \u00fcber bestehende Risiken und deren Abw\u00e4gung, einvernehmlich)<br \/>(es gibt u. a. die nochmal fortgeschrittenere Variante\u00a0<strong>PRICK<\/strong> &#8211; Personal responsibility, informed consensual kink, auf die ich hier jedoch nicht eingehe, da ich diese Konzepte wirklich nur absolut erfahrenen, selbstreflektierten und informierten Menschen empfehle, die mit ebensolchen BDSM-PartnerInnen agieren und somit ein gemeinsames Level an Erfahrung, Hintergrundwissen und Eigenverantwortlichkeit vorhanden ist.)<\/p>\n<p>Ersteres, das Konzept SSC, wird von den meisten als moralisches Grundprinzip anerkannt.<\/p>\n<p>Es ist meiner Meinung nach jedoch wichtig, dass jede Komponente einzeln betrachtet wird und dass z. B. die Auffassung von \u201esicher\u201c zwischen verschiedenen Personen variieren kann. Es ist sehr schwer, einem objektiven Verst\u00e4ndnis von \u201eSicherheit\u201c gerecht zu werden.<br \/>Eine Praktik, die f\u00fcr den einen SSC ist, kann von einer anderen Person als eher unsicher aufgefasst werden, weswegen sie diese ablehnt, da sie f\u00fcr sie eben nicht jede Komponente von SSC erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Ich empfinde SSC zur moralischen Orientierung gerade f\u00fcr sehr Unerfahrene als sinnvoll, m\u00f6chte aber aufgrund eigener Erfahrungen und meinem Grundverst\u00e4ndnis von BDSM noch auf das Alternativmodell RACK hinweisen.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe im Laufe meines Lebens schon Praktiken umgesetzt, die bestimmt nicht \u201esicher\u201c waren und Au\u00dfenstehende w\u00fcrden mir vermutlich auch einen Mangel an Vernunft vorwerfen, aber mein Gegen\u00fcber und ich wollten das Risiko nach genauer Absch\u00e4tzung und dementsprechender Vorbereitung in Kauf nehmen.<br \/>Das Prinzip RACK setzt auf einvernehmliches risikobewusstes Ausleben von BDSM-Praktiken mit dem Hintergrundgedanken, dass Risiken immer individuell und kontextabh\u00e4ngig vor der Session abgesch\u00e4tzt werden sollten und es objektive Sicherheit bei potentiell gef\u00e4hrlichen Praktiken nicht wirklich gibt.<br \/>Zu unerw\u00fcnschten Effekten, Unf\u00e4llen oder Verletzungen kann es IMMER kommen, auch wenn man vermeintlich \u201esicher\u201c gearbeitet hat.<\/p>\n<p>Um BDSM ganz klar von Gewalt abzugrenzen ist jedoch bei allen Verhaltensmodellen die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten unverzichtbar.<\/p>\n<p>Vor allem in meinem privaten BDSM-Leben agiere ich mit Menschen, die auf mindestens meinem Level sind, was Erfahrung, Hintergrundwissen und Mindset angeht. Das ist im professionellen Kontext selten bis nie der Fall, weswegen ich dort u. a. andere Kinks auslebe und auch anders mit meinem Gegen\u00fcber umgehe(n muss), um meiner Vorstellung der Rolle als professioneller Lady gerecht zu werden.<\/p>\n<p><strong><br \/>METAKONSENS (\u201e<i>consensual non-consent<\/i>\u201c, einvernehmliche Nichteinvernehmlichkeit)<br \/><\/strong><\/p>\n<p>Schwieriges, aber wichtiges Thema. Als professionelle Sexarbeiterin lehne ich den Metakonsens ab, ich betrachte Blackmailing, Praktiken unter realem &#8222;Zwang&#8220;, extrem authentische R*peg*mes oder Total Power Exchange skeptisch und ab einem gewissen Ausma\u00df sind diese Dinge f\u00fcr mich eher abschreckend.<br \/>Aber hier und da gibt es dennoch Aspekte, die man etwas differenzierter betrachten muss, bevor man sich eine Meinung bildet.<br \/>Ich spiele u. a. z. B. sehr gern mit Paaren und ich akzeptiere die Rollenverteilung innerhalb deren Beziehung (z. B. TPE), aber ich m\u00f6chte mich gern auch selbst absichern und daher ist es f\u00fcr mich unumg\u00e4nglich, zumindest ein &#8222;OK&#8220; von dem Part zu h\u00f6ren, den ich dominiere, erniedrigen, schlagen&#8230; soll\/darf.<br \/>Ich m\u00f6chte prinzipiell immer die Best\u00e4tigung des jeweiligen submissiven Parts h\u00f6ren, bevor ich als Spielpartnerin hinzu komme oder ein Spiel beginne, aus dem es evtl. kein schnelles Entkommen gibt.<br \/>Auch wenn ich den Kick hinter einer gewissen &#8222;Nichteinvernehmlichkeit&#8220; teilweise nachvollziehen kann. Es ist f\u00fcr manche spannend und erregend, sich komplett hinzugeben, keine Entscheidungen mehr treffen zu m\u00fcssen und die Verantwortung abzugeben. Im Rahmen von gefestigten, langfristigen Beziehungen mag dies auch relativ gut umsetzbar sein. In zeitlich begrenzten Rahmen bin ich damit auch einverstanden.<br \/>Ich kann verstehen, welch befreiendes Gef\u00fchl es ist, einfach nicht mehr nachdenken zu m\u00fcssen\/wollen. Es widerspricht jedoch je nach Ausma\u00df meiner Vorstellung von Selbstbestimmtheit, Selbstachtsamkeit und Selbstverantwortung. Ich suche die Interaktion, das Geben und Nehmen. Ich m\u00f6chte keine Abst\u00fcrze riskieren. Ich m\u00f6chte st\u00fctzen, nicht tragen.<br \/>Ein &#8222;Mach mit mir, was du willst!&#8220; kickt mich zwar im Rahmen von einzelnen zeitlich begrenzten Settings, ersetzt aber weder das Vorgespr\u00e4ch noch mein vorheriges Nachfragen, bevor ich bestimmte Praktiken umsetze. Es ersetzt kein Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch \u00fcber gewisse Konsequenzen oder Risiken. Dominanz hin oder her, es ist letzten Endes DEIN K\u00f6rper, DEINE Gesundheit, DEINE Psyche. F\u00fcr all das WILL ich einfach gar nicht die komplette Verantwortung \u00fcbernehmen. Missinterpretiere meine Achtsamkeit nicht als mangelnde Dominanz und untersch\u00e4tze meinen ausgepr\u00e4gten Sadismus nicht, nur weil ich nochmal auf Nummer sicher gehe, bevor ich mit dem Rohrstock blutige Striemen auf dir hinterlasse. Wenn du meine Willk\u00fcr und sadistische Behandlung erleben m\u00f6chtest, ist das absolut machbar, aber dein vorheriges Einverst\u00e4ndnis ben\u00f6tige ich, allein schon, um mich selbst abzusichern.<br \/>Gerade bei &#8222;Tunnelspielen&#8220;, die aufgrund der Art des Spiels z. B. keinen vorzeitigen Abbruch m\u00f6glich machen, ist das wichtig zu verstehen. Lass uns gemeinsam dar\u00fcber reden, sei dir \u00fcber all das bewusst. Lehne dich nicht zur\u00fcck und verzichte aus Unsicherheit, mangelnder Selbstachtung oder purer Bequemlichkeit auf deine Eigenverantwortung.<\/p>\n<p><strong>SAFER SEX \/ HYGIENE<\/strong><\/p>\n<p>Leider sind einige sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten wieder auf dem Vormarsch, weswegen ich es hier kurz in Erinnerung rufen m\u00f6chte.<br \/>Ich m\u00f6chte jedoch ungern den Moralapostel spielen und ich bin auch kein Fan von einer gesetzlich vorgeschriebenen Kondompflicht oder Zwangsberatungen a la Pseudo-Prostituierten-Schutz-Gesetz.<br \/>Ich denke, mit ordentlicher Aufkl\u00e4rungsarbeit, Enttabuisierung und freiwilligen (kostenlosen) Beratungsangeboten w\u00e4re vielen deutlich mehr geholfen. Ich bin daf\u00fcr, Rechte zu st\u00e4rken, statt Pflichten aufzuerlegen.<br \/>Und ich appelliere auch hier an die n\u00f6tige Eigenverantwortung. MEIN K\u00f6rper, MEINE Entscheidung. DEIN K\u00f6rper, DEINE Entscheidung.<br \/>Ob und inwieweit ich in einer Session ber\u00fchrbar bin und ob ich auf die Nutzung irgendwelcher Sicherheitsvorkehrungen bestehe, unterliegt ganz allein meiner Entscheidung.<br \/>Im Umkehrschluss akzeptiere ich aber nat\u00fcrlich auch, wenn jemand bestimmte Handlungen nur unter Anwendung eines Kondoms, dental condoms, Handschuhen oder mit Verzicht auf Spitting oder NS o.\u00e4. umsetzen m\u00f6chte.<br \/>Auch wenn jemand eigenes Equipment (z.B. Dilatoren oder Plugs) mitbringt und mich darum bittet, ausschlie\u00dflich diese zu nutzen, ist das f\u00fcr mich absolut ok und begr\u00fc\u00dfenswert.<\/p>\n<p>Anatomisches Hintergrundwissen, Kenntnisse \u00fcber Ansteckungsgefahren, die gewissenhafte Desinfektion und richtige Nutzung von Toys und Equipment und das Waschen von Handt\u00fcchern und Reinigen der B\u00e4der nach jedem Gast sind f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich.<br \/>Genauso wie regelm\u00e4\u00dfige Gesundheitschecks.<\/p>\n<p>Wer sich selbst informieren m\u00f6chte oder sich einem Gesundheitscheck unterziehen m\u00f6chte, kann beim n\u00e4chstgelegenen Gesundheitsamt nachfragen.<br \/>Oftmals sind dort anonyme und kostenlose Beratungen und regelm\u00e4\u00dfig auch HIV-Tests m\u00f6glich.<br \/>Ansonsten sind komplette Blutuntersuchungen auch beim Arzt m\u00f6glich, die Kosten hierf\u00fcr m\u00fcssen jedoch in den meisten F\u00e4llen selbst getragen werden.<br \/>\u00dcbrigens: Hygiene ist in meinen Sessions allein schon deswegen ein Thema, weil in meinem privaten Umfeld ein gro\u00dfes STD-Bewusstsein herrscht und ich mich und meine Liebsten, meine PartnerInnen sch\u00fctzen m\u00f6chte. Ich finde daher das Vorurteil, von mir als Sexarbeiterin ginge mehr Risiko aus, sehr stigmatisierend, respektlos und beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><strong>COVER \/ ABSICHERUNG<\/strong><\/p>\n<p>Des\u00f6fteren erlebte ich folgende Situation (vor allem bei Hotelbesuchen)<\/p>\n<p>XYZ: &#8222;Ist es nicht gef\u00e4hrlich,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>so f\u00fcr jemanden wie dich, ganz allein zu einem fremden Mann aufs Hotelzimmer zu kommen?&#8220;<br \/>(Besonders absurd wirkt diese Frage, wenn mein Gegen\u00fcber da bereits nackt oder gar gefesselt auf dem Bett liegt oder gerade einen Riesenplug im Arsch hat und ich mich dann tats\u00e4chlich frage, wie er darauf kommt, dass ICH mich gerade in einer schutzloseren Situation befinde als er.)<br \/>Ich: &#8222;Ist es nicht gef\u00e4hrlich, so f\u00fcr jemanden wie dich, von dem gerade niemand wei\u00df, wo er ist und mit wem er sich trifft, sich von einer fremden Frau in einem Hotelzimmer fesseln zu lassen?&#8220;<\/p>\n<p>Meist verstehen die Fragesteller sehr schnell, worauf ich hinaus will und sparen sich weitere Kommentare. Falls doch noch etwas kommt, k\u00f6nnen sie sich auf einen kleinen Vortrag zum Thema Rape Culture gefasst machen.<\/p>\n<p>Im Ernst. ICH bin geoutet, es wei\u00df grunds\u00e4tzlich IMMER jemand, wo ich bin. Ich sichere mich selbst auf verschiedene Weisen ab.<br \/>Ich nutze in bestimmten Situationen ein Cover, sowohl bei privaten Dates als auch bei professionellen Sessions.<br \/>Ich lehne Sessions mit Personen, deren Diskretion ihnen z.B. wichtiger ist, als mein Sicherheitsbed\u00fcrfnis, grunds\u00e4tzlich ab.<br \/>Du kennst meinen Namen, meinen Internetauftritt, wei\u00dft wie ich aussehe etc. und m\u00f6chtest mir nichtmal eine ordentliche Mail senden, mir eine Anzahlung schicken oder rufst mit unterdr\u00fcckter Nummer an, um \u201ekeine Spuren\u201c zu hinterlassen? Bye bye!<br \/>Vertrauen und Sicherheit gilt f\u00fcr BEIDE SEITEN!<\/p>\n<p>Ich empfehle grunds\u00e4tzlich, sich eventueller Gefahren beim Aufeinandertreffen fremder Personen bewusst zu sein.<br \/>Dabei ist es egal, ob es um das spontane Tinder-Date oder einen Escort-Termin im Luxus-Hotel geht.<br \/>Sichert euch ab und zwar so, dass IHR euch wohl f\u00fchlt.<br \/>Informiert ein Cover, w\u00e4hlt den Treffpunkt dementsprechend aus, lasst euch zu nichts \u00fcberreden, wovon ihr nicht \u00fcberzeugt seid, verzichtet auf die Einnahme von Drogen, verlasst euch auf euer Bauchgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Der Beitrag wurde nun doch etwas l\u00e4ngerer und beim Schreiben fielen mir noch soooo viele Sachen ein, auf die ich jetzt gar nicht eingehen konnte.<br \/>Vielleicht dann in einem der n\u00e4chsten Beitr\u00e4ge.<br \/>Falls ihr konkrete Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir eine <a href=\"https:\/\/princesszuleika.de\/kontakt\">Mail<\/a>. Ich freue mich \u00fcber Input, Ideen und konstruktive Kritik.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe und viel Freude bei kinky Abenteuern!<br \/>Zuleika<\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor allem Neulinge oder Au\u00dfenstehende sind manchmal ganz erstaunt, dass es doch (sowohl f\u00fcr die Community im Ganzen, als auch f\u00fcr mich individuell als Einzelne) sehr deutliche Regeln im BDSM-Kontext gibt, die transparent und klar definiert und kommuniziert werden. Oft muss ich mit Vorurteilen aufr\u00e4umen. Nat\u00fcrlich gibt es nicht &#8222;den richtigen SM&#8220;, aber das ein oder andere halte ich dennoch f\u00fcr wichtig zu erw\u00e4hnen, um sich zumindest grob und v. a. als Anf\u00e4nger_in an bestimmten Prinzipien orientieren zu k\u00f6nnen.Vielleicht interessiert das ein oder andere ja auch manche der Lesenden hier. Nun also:Ein paar Erkl\u00e4rungen und meine Gedanken u. a. zum Thema &#8222;Sicherheit&#8220;, speziell im Bereich BDSM. Gleich vorweg: Alles, was ich in meinem Blog von mir gebe, spiegelt, wenn nicht anders deutlich gekennzeichnet, lediglich MEINE pers\u00f6nliche Meinung, meine Philosophie und meine Vorstellungen wider.Ich pers\u00f6nlich lasse meine ganz private Einstellung zum Thema Sexualit\u00e4t, BDSM, Kink in meine Arbeit als professionelle Bizarrlady einflie\u00dfen und lege Wert darauf, dass meine SpielpartnerInnen, egal ob im Studiokontext, privat oder sonstwo, damit weitestgehend kompatibel sind. Definition: BDSM (ja, fangen wir bei den Basics an\u2026 schadet nicht) ist ein Akronym und die Buchstaben stehen f\u00fcr B &amp; D Bondage &amp; DisziplinD &amp; S Dominanz &amp; SubmissionS &amp; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":4504,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"Vor allem Neulinge oder Au\u00dfenstehende sind manchmal ganz erstaunt, dass es doch (sowohl f\u00fcr die Community im Ganzen, als auch f\u00fcr mich individuell als Einzelne) sehr deutliche Regeln im BDSM-Kontext gibt, die transparent und klar definiert und kommuniziert werden. Oft muss ich mit Vorurteilen aufr\u00e4umen. Nat\u00fcrlich gibt es nicht \"den richtigen SM\", aber das ein oder andere halte ich dennoch f\u00fcr wichtig zu erw\u00e4hnen, um sich zumindest grob und v. a. als Anf\u00e4nger_in an bestimmten Prinzipien orientieren zu k\u00f6nnen.\nVielleicht interessiert das ein oder andere ja auch manche der Lesenden hier.\n\nNun also:\nEin paar Erkl\u00e4rungen und meine Gedanken u. a. zum Thema \"Sicherheit\", speziell im Bereich BDSM.\n\n<em>Gleich vorweg: Alles, was ich in meinem Blog von mir gebe, spiegelt, wenn nicht anders deutlich gekennzeichnet, lediglich MEINE pers\u00f6nliche Meinung, meine Philosophie und meine Vorstellungen wider.<\/em>\n<em>Ich pers\u00f6nlich lasse meine ganz private Einstellung zum Thema Sexualit\u00e4t, BDSM, Kink in meine Arbeit als professionelle Bizarrlady einflie\u00dfen und lege Wert darauf, dass meine Spielpartner, egal ob im Studiokontext, privat oder sonstwo, damit kompatibel sind.<\/em>\n\n<strong>Definition:<\/strong>\n\n<strong>BDSM<\/strong> (ja, fangen wir bei den Basics an\u2026 schadet nicht)\n\nist ein Akronym und die Buchstaben stehen f\u00fcr\n\nB &amp; D Bondage &amp; Disziplin\nD &amp; S Dominanz &amp; Submission\nS &amp; M Sadismus &amp; Masochismus\n\nAllein hier wird deutlich, dass BDSM verschiedene Aspekte zusammenfasst, die sich individuell \u00fcberschneiden, aber auch getrennt voneinander existieren k\u00f6nnen und in ihrer Auspr\u00e4gung, Intensit\u00e4t und Art der konkreten Umsetzung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen k\u00f6nnen.\n\nIch unterscheide bei der Rollenverteilung unter:\n\n<b>Dominant <\/b>(f\u00fchrend, bestimmend)\u00a0<b>\/ Devot\u00a0<\/b> (submissiv, ergeben, unterw\u00fcrfig, dienend)<b>\n<\/b>\n\n<b>Sadistisch \/ Masochistisch<\/b> (Lustgewinn durch Schmerz zuf\u00fcgen \/ empfangen, Stichwort \"Lustschmerz\", bitte nicht verwechseln mit dem Begriff Sadismus im pathologischen Sinne. Einvernehmlicher SM und r\u00fccksichtslos angewandte GEWALT sind nicht das Gleiche!!!)\n\n<b>Aktiv \/ Passiv<\/b> (Gebend \/ Empfangend)\n\nBeispiele zur Verdeutlichung befinden sich in meinen <a href=\"https:\/\/princesszuleika.de\/about\/faqs\">FAQs<\/a>.\n\nWie bereits erw\u00e4hnt, dies sind nur Beispiele, um die Vielf\u00e4ltigkeit zu demonstrieren, Sexualit\u00e4t hat unz\u00e4hlige Facetten und umso wichtiger ist es, dass im Vornherein eine ordentliche ehrliche Kommunikation stattfindet, Bed\u00fcrfnisse ausgesprochen werden und das eigene Verhalten reflektiert betrachtet wird.\nWir haben eine Verantwortung f\u00fcr unser Gegen\u00fcber, vor allem, wenn wir uns selbst in einer aktiven\/dominanten Rolle befinden. Und meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr, wenn man sich in einem professionellen gewerblichen Kontext bewegt.\n\nInwieweit man gemeinsam Grenzen ausloten und ggf. auch ausdehnen kann \/ darf wird klar kommuniziert und es bedarf jeder Menge Vertrauen, Empathie und Feingef\u00fchl und REDEN, REDEN, REDEN, um eine gesunde Basis f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Spiele zu schaffen.\nIch spreche bewusst von GRENZEN, auf TABUS gehe ich sp\u00e4ter ein.\n\n<strong>AFTER CARE<\/strong>\n<p style=\"text-align: left;\">In einer Session kann viel passieren, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betr\u00fcbt, alles schon erlebt.\nEs kommen Gef\u00fchle auf, man erlebt Unerwartetes, der K\u00f6rper reagiert anders, als bisher gewohnt oder man f\u00e4llt pl\u00f6tzlich in ein tiefes Loch. Man sch\u00e4mt sich vielleicht, ist erstaunt \u00fcber sich selbst oder vielleicht auch erschrocken.\nIch gehe mit einer Person bewusst in eine Session hinein und ich gehe auch wieder bewusst aus der Session raus. Bewusst, achtsam, pr\u00e4sent.\nIm privaten Kontext kann man nat\u00fcrlich noch individueller und zeitlich weniger eingeschr\u00e4nkt auf sein Gegen\u00fcber eingehen als im Studiokontext, aber f\u00fcr mich pers\u00f6nlich geh\u00f6rt ein \u201eAnkommen\u201c und von mir \u201ezur\u00fcckgeholt werden\u201c zur Session dazu, auch wenn der zeitliche Rahmen nicht unbedingt das hergibt, was privat m\u00f6glich ist.\nKurz liegen bleiben, wieder ankommen, einen Schluck trinken und sich ggf. nochmal aussprechen oder reflektieren kalkuliere ich in einer Session so gut es geht mit ein. Manchmal kommen die relevanten Gedanken auch erst im Nachhinein auf. Gern kann man mir in dem Fall eine Email schreiben, um mir ein Feedback zu geben oder mir einfach mitzuteilen, wie man etwas empfunden hat und worauf man in einer folgenden Session aufbauen m\u00f6chte.<\/p>\n<strong>TABUS im Gegensatz zu Grenzen<\/strong>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich bin pers\u00f6nlich der Meinung, dass das Wort \u201eTabu\u201c oft inflation\u00e4r benutzt wird.\nAber der Einfachheit wegen erwarte ich bei einer Sessionanfrage nat\u00fcrlich die grobe Beschreibung von Vorlieben und Tabus, damit ich etwas habe, woran ich mich orientieren kann.<\/p>\nInteressant finde ich jedoch immer wieder, wie schnell ein vermeintliches \u201eTabu\u201c innerhalb kurzer Zeit aufgel\u00f6st werden kann.\n\nBeispiel:\nPerson schreibt, dass \u201eanale Spiele\u201c ein Tabu darstellen.\nIch nehme das erstmal zur Kenntnis und im Rahmen der Session frage ich, wie es denn mit einer sanften Prostatamassage aussieht.\nPerson bekommt gro\u00dfe Augen und sagt \u201eja klar, mit Tabu meinte ich eher sowas wie Strapon und gro\u00dfe Plugs, aber einer Prostatamassage bin ich nicht abgeneigt und vielleicht k\u00f6nnen wir mal ein Vibroei austesten.\u201c\nAlso, wir halten fest: Anal ist kein Tabu. Es kommt auf den konkreten Kontext an.\n\nAnderes Beispiel:\nPerson berichtet mir von einer extremen Nadelphobie. Nadeln sind demnach Tabu.\nNach 3 oder 4 Sessions greife ich das Thema nochmal auf. Die Person ist mittlerweile neugierig, irgendwie reizt es sie, sich \u00c4ngsten zu stellen und immer, wenn ich das Thema anspreche, merke ich, wie aus einem vorerst gro\u00dfen \u201eTabu\u201c einem \u201eHard Limit\u201c, ein \u201eSoft Limit\u201c und dann ein \u201enaja, ich vertraue ihr und vll w\u00fcrde es mich ja kicken, jetzt will ich es endlich mal austesten\u2026\u201c wird.\nNach 4 Sessions setze ich der Person das erste mal 3 Nadeln. Oberfl\u00e4chlich an der Brust. Seitdem bauen wir Nadeln immer mal wieder in Sessions ein und experimentieren mit verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen und K\u00f6rperstellen. Nadeln sind kein Tabu mehr.\nWas mich daran kickt? Dieses unfassbare Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und der Stolz und die Freude meines Gegen\u00fcbers, sich seinen \u00c4ngsten gestellt zu haben. Und das Wissen, dass die n\u00e4chsten Arztbesuche nach dieser Konfrontationstherapie ab sofort kein Problem mehr darstellen.\n\nWas lernen wir daraus:\nKommunikation hilft.\nTabus\/Hard Limits sollten nat\u00fcrlich niemals ohne vorherige Absprache angetastet werden und prinzipiell erstmal respektiert werden. Aber meiner Meinung nach darf dar\u00fcber gesprochen werden und sie k\u00f6nnen manchmal etwas differenzierter formuliert werden.\nEs ist ein Unterschied, ob Stromspiele zum Beispiel aufgrund eines Herzfehlers wirklich indiskutabel tabu sind, oder ob aufgrund von Hemmungen, \u00c4ngsten oder auch manchmal Unwissenheit gewisse Praktiken erstmal abgelehnt werden, bis man bereit daf\u00fcr ist.\n\n<strong>\nCODEWORT<\/strong>\n\nDas Nutzen eines Codeworts ist in der BDSM-Szene umstritten.\nManche sind der Meinung, es sei absolute Pflicht, w\u00e4hrend andere bef\u00fcrchten, dass mit einem Codewort die Grenzen des Subs vielleicht sogar noch eher \u00fcberschritten werden, weil sich zum Beispiel nicht getraut wird, es auszusprechen oder weil Sub so im Adrenalinh\u00f6henflug ist und gar nicht rechtzeitig merkt, dass der n\u00e4chste Rohrstockschlag vielleicht einer zu viel sein wird.\nIch pers\u00f6nlich sehe MICH in erster Linie auch in der Verantwortung, in solchen F\u00e4llen das Risiko selbst abzusch\u00e4tzen, statt mich nur auf das Rufen eines Codeworts zu verlassen. Ich m\u00f6chte bei meinem Gegen\u00fcber eine bestimmte Wirkung erzeugen und beobachte genau.\nIch taste mich gern vorsichtig voran und nutze ggf. ein Zahlensystem (Steigerung 1 bis 10 z. B.) oder ein Ampelsystem (gr\u00fcn, gelb, rot), um die Intensit\u00e4t der jeweiligen Praktik zu \u00fcberpr\u00fcfen und dann gemeinsam mit meinem Gegen\u00fcber herauszufinden, wie weit wir gehen k\u00f6nnen oder wollen.\nEin \u201erot\u201c oder \u201e10\u201c f\u00fchren dann nicht zum sofortigen Abbruch der Session oder der jeweiligen Praktik, so wie es bei einem Codewort oftmals der Fall ist, sondern zu einer Abschw\u00e4chung der Intensit\u00e4t oder einer Pause, wenn n\u00f6tig.\nDamit fahre ich sehr gut.\nIch appelliere an das Verantwortungsbewusstsein beider Seiten und bevorzuge es, auch innerhalb der Session in Kommunikation zu bleiben, verbal oder non-verbal und auf gegenseitige Reaktionen zu achten, um eine gute Balance z.B. von Lust und Schmerz aufrecht zu erhalten, durch das sich das vorzeitige Beenden durch ein Codewort er\u00fcbrigt.\nAus diesen Gr\u00fcnden nutze ich in meinen Sessions nur in den seltensten F\u00e4llen ein Codewort im klassischen Sinne, au\u00dfer ich sehe einen Grund darin, ein sofortiges Stoppsignal zu vereinbaren.\nF\u00fcr den Fall, dass mein Gegen\u00fcber sich aufgrund einer Fesselung oder Knebelung nicht bemerkbar machen kann, habe ich bestimmte Signale, die ich im Vornherein vereinbare. Das kann zum Beispiel das \u00d6ffnen und Schlie\u00dfen einer Faust oder das Sch\u00fctteln mit dem Kopf sein o. \u00e4.\nIch m\u00f6chte hier nochmal ganz deutlich darauf hinweisen, dass JEDE_R Beteiligte an einer Session zu JEDERZEIT berechtigt ist, Unwohlsein zu \u00e4u\u00dfern, die Session zu unterbrechen oder gar zu beenden. Auch mir als aktiver Part kann etwas pl\u00f6tzlich zu viel werden, auch ich kann getriggert werden oder mal \u00fcberfordert sein. Es ist zwar in den letzten Jahren wirklich nur sehr selten vorgekommen, aber auch ich habe es schon erlebt, dass ich eine bestimmte Praktik pl\u00f6tzlich nicht weiter umsetzen konnte, weil es z. B. in dem Moment k\u00f6rperlich zu anstrengend f\u00fcr mich wurde. Professionelle SexarbeiterInnen sind auch nur Menschen mit eigenen Bed\u00fcrfnissen und Grenzen, die es zu beachten gilt.\nBitte vergesst das nicht.\n\n<strong>\nSSC \/ RACK<\/strong>\n\nWie eben erw\u00e4hnt, ist sich die Community nicht immer einig, was Sicherheitsvorkehrungen innerhalb von Sessions angeht. Letztenendes muss das jeder f\u00fcr sich entscheiden und ist oftmals auch abh\u00e4ngig von bestimmten Faktoren und vor allem auch dem Erfahrungsgrad der Beteiligten.\nF\u00fcr mich als professionelle Bizarrlady ist erstmal wichtig, dass MEINE eigenen Tabus und Grenzen innerhalb einer Session gewahrt werden und ich keine Praktiken umsetze, in denen ich mich nicht sicher oder kompetent genug f\u00fchle oder die ich nicht mit meinem Gewissen oder meiner Vorstellung von BDSM vereinbaren kann.\n\nJe besser ich mein Gegen\u00fcber kenne, desto einfacher wird es, auf gegenseitige Bed\u00fcrfnisse einzugehen und Reaktionen besser einzusch\u00e4tzen.\n\nDie BDSM-Szene spaltet sich im Groben in zwei Lager, die zwei verschiedene Modelle verfechten:\n<b>SSC <\/b>(Safe, Sane, Consensual, also: sicher, vern\u00fcnftig, einvernehmlich)\n<b>RACK<\/b> Risk-aware consensual kink (Bewusstsein \u00fcber bestehende Risiken und deren Abw\u00e4gung, einvernehmlich)\n(es gibt u. a. die nochmal fortgeschrittenere Variante\u00a0<strong>PRICK<\/strong> - Personal responsibility, informed consensual kink, auf die ich hier jedoch nicht eingehe, da ich diese Konzepte wirklich nur absolut erfahrenen, selbstreflektierten und informierten Menschen empfehle, die mit ebensolchen BDSM-PartnerInnen agieren und somit ein gemeinsames Level an Erfahrung, Hintergrundwissen und Eigenverantwortlichkeit vorhanden ist.)\n\nErsteres, das Konzept SSC, wird von den meisten als moralisches Grundprinzip anerkannt.\n\nEs ist meiner Meinung nach jedoch wichtig, dass jede Komponente einzeln betrachtet wird und dass z. B. die Auffassung von \u201esicher\u201c zwischen verschiedenen Personen variieren kann. Es ist sehr schwer, einem objektiven Verst\u00e4ndnis von \u201eSicherheit\u201c gerecht zu werden.\nEine Praktik, die f\u00fcr den einen SSC ist, kann von einer anderen Person als eher unsicher aufgefasst werden, weswegen sie diese ablehnt, da sie f\u00fcr sie eben nicht jede Komponente von SSC erf\u00fcllt.\n\nIch empfinde SSC zur moralischen Orientierung gerade f\u00fcr sehr Unerfahrene als sinnvoll, m\u00f6chte aber aufgrund eigener Erfahrungen und meinem Grundverst\u00e4ndnis von BDSM noch auf das Alternativmodell RACK hinweisen.\n\nIch pers\u00f6nlich habe im Laufe meines Lebens schon Praktiken umgesetzt, die bestimmt nicht \u201esicher\u201c waren und Au\u00dfenstehende w\u00fcrden mir vermutlich auch einen Mangel an Vernunft vorwerfen, aber mein Gegen\u00fcber und ich wollten das Risiko nach genauer Absch\u00e4tzung und dementsprechender Vorbereitung in Kauf nehmen.\nDas Prinzip RACK setzt auf einvernehmliches risikobewusstes Ausleben von BDSM-Praktiken mit dem Hintergrundgedanken, dass Risiken immer individuell und kontextabh\u00e4ngig vor der Session abgesch\u00e4tzt werden sollten und es objektive Sicherheit bei potentiell gef\u00e4hrlichen Praktiken nicht wirklich gibt.\nZu unerw\u00fcnschten Effekten, Unf\u00e4llen oder Verletzungen kann es IMMER kommen, auch wenn man vermeintlich \u201esicher\u201c gearbeitet hat.\n\nUm BDSM ganz klar von Gewalt abzugrenzen ist jedoch bei allen Verhaltensmodellen die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten unverzichtbar.\n\nVor allem in meinem privaten BDSM-Leben agiere ich mit Menschen, die auf mindestens meinem Level sind, was Erfahrung, Hintergrundwissen und Mindset angeht. Das ist im professionellen Kontext selten bis nie der Fall, weswegen ich dort u. a. andere Kinks auslebe und auch anders mit meinem Gegen\u00fcber umgehe(n muss), um meiner Vorstellung der Rolle als professioneller Lady gerecht zu werden.\n\n<strong>\nMETAKONSENS (\u201e<i>consensual non-consent<\/i>\u201c, einvernehmliche Nichteinvernehmlichkeit)\n<\/strong>\n\nSchwieriges, aber wichtiges Thema. Als professionelle Sexarbeiterin lehne ich den Metakonsens ab, ich betrachte Blackmailing, Praktiken unter realem \"Zwang\", extrem authentische R*peg*mes oder Total Power Exchange skeptisch und ab einem gewissen Ausma\u00df sind diese Dinge f\u00fcr mich eher abschreckend.\nAber hier und da gibt es dennoch Aspekte, die man etwas differenzierter betrachten muss, bevor man sich eine Meinung bildet.\nIch spiele u. a. z. B. sehr gern mit Paaren und ich akzeptiere die Rollenverteilung innerhalb deren Beziehung (z. B. TPE), aber ich m\u00f6chte mich gern auch selbst absichern und daher ist es f\u00fcr mich unumg\u00e4nglich, zumindest ein \"OK\" von dem Part zu h\u00f6ren, den ich dominiere, erniedrigen, schlagen... soll\/darf.\nIch m\u00f6chte prinzipiell immer die Best\u00e4tigung der\/s jeweiligen Sub\/s h\u00f6ren, bevor ich als Spielpartnerin hinzu komme oder ein Spiel beginne, aus dem es evtl. kein schnelles Entkommen gibt.\nAuch wenn ich den Kick hinter einer gewissen \"Nichteinvernehmlichkeit\" teilweise nachvollziehen kann. Es ist f\u00fcr manche spannend und erregend, sich komplett hinzugeben, keine Entscheidungen mehr treffen zu m\u00fcssen und die Verantwortung abzugeben. Im Rahmen von gefestigten, langfristigen Beziehungen mag dies auch relativ gut umsetzbar sein. In zeitlich begrenzten Rahmen bin ich damit auch einverstanden.\nIch kann verstehen, welch befreiendes Gef\u00fchl es ist, einfach nicht mehr nachdenken zu m\u00fcssen\/wollen. Es widerspricht jedoch je nach Ausma\u00df meiner Vorstellung von Selbstbestimmtheit, Selbstachtsamkeit und Selbstverantwortung. Ich suche die Interaktion, das Geben und Nehmen. Ich m\u00f6chte keine Abst\u00fcrze riskieren. Ich m\u00f6chte st\u00fctzen, nicht tragen.\nEin \"Mach mit mir, was du willst!\" kickt mich zwar im Rahmen von einzelnen zeitlich begrenzten Rollenspielen, ersetzt aber weder das Vorgespr\u00e4ch noch mein vorheriges Nachfragen, bevor ich bestimmte Praktiken umsetze. Es ersetzt kein Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch \u00fcber gewisse Konsequenzen oder Risiken. Dominanz hin oder her, es ist letzten Endes DEIN K\u00f6rper, DEINE Gesundheit, DEINE Psyche. F\u00fcr all das WILL ich einfach gar nicht die komplette Verantwortung \u00fcbernehmen.\nGerade bei \"Tunnelspielen\", die aufgrund der Art des Spiels z. B. keinen vorzeitigen Abbruch m\u00f6glich machen, ist das wichtig zu verstehen. Lass uns gemeinsam dar\u00fcber reden, sei dir \u00fcber all das bewusst. Lehne dich nicht zur\u00fcck und verzichte aus Unsicherheit, mangelnder Selbstachtung oder purer Bequemlichkeit auf deine Eigenverantwortung.\n\n<strong>SAFER SEX \/ HYGIENE<\/strong>\n\nLeider sind einige sexuell \u00fcbertragbare Krankheiten wieder auf dem Vormarsch, weswegen ich es hier kurz in Erinnerung rufen m\u00f6chte.\nIch m\u00f6chte jedoch ungern den Moralapostel spielen und ich bin auch kein Fan von einer gesetzlich vorgeschriebenen Kondompflicht oder Zwangsberatungen a la Pseudo-Prostituierten-Schutz-Gesetz.\nIch denke, mit ordentlicher Aufkl\u00e4rungsarbeit, Enttabuisierung und freiwilligen (kostenlosen) Beratungsangeboten w\u00e4re vielen deutlich mehr geholfen. Ich bin daf\u00fcr, Rechte zu st\u00e4rken, statt Pflichten aufzuerlegen.\nUnd ich appelliere auch hier an die n\u00f6tige Eigenverantwortung. MEIN K\u00f6rper, MEINE Entscheidung. DEIN K\u00f6rper, DEINE Entscheidung.\nOb und inwieweit ich in einer Session ber\u00fchrbar bin und ob ich auf die Nutzung irgendwelcher Sicherheitsvorkehrungen bestehe, unterliegt ganz allein meiner Entscheidung.\nIm Umkehrschluss akzeptiere ich aber nat\u00fcrlich auch, wenn jemand bestimmte Handlungen nur unter Anwendung eines Kondoms, dental condoms, Handschuhen oder mit Verzicht auf Spitting oder NS o.\u00e4. umsetzen m\u00f6chte.\nAuch wenn jemand eigenes Equipment (z.B. Dilatoren oder Plugs) mitbringt und mich darum bittet, ausschlie\u00dflich diese zu nutzen, ist das f\u00fcr mich absolut ok und begr\u00fc\u00dfenswert.\n\nAnatomisches Hintergrundwissen, Kenntnisse \u00fcber Ansteckungsgefahren, die gewissenhafte Desinfektion und richtige Nutzung von Toys und Equipment und das Waschen von Handt\u00fcchern und Reinigen der B\u00e4der nach jedem Gast sind f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich.\nGenauso wie regelm\u00e4\u00dfige Gesundheitschecks.\n\nWer sich selbst informieren m\u00f6chte oder sich einem Gesundheitscheck unterziehen m\u00f6chte, kann beim n\u00e4chstgelegenen Gesundheitsamt nachfragen.\nOftmals sind dort anonyme und kostenlose Beratungen und regelm\u00e4\u00dfig auch HIV-Tests m\u00f6glich.\nAnsonsten sind komplette Blutuntersuchungen auch beim Arzt m\u00f6glich, die Kosten hierf\u00fcr m\u00fcssen jedoch in den meisten F\u00e4llen selbst getragen werden.\n\n<strong>COVER \/ ABSICHERUNG<\/strong>\n\nDes\u00f6fteren erlebte ich folgende Situation (vor allem bei Hotelbesuchen)\n\nXYZ: \"Ist es nicht gef\u00e4hrlich,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>so f\u00fcr jemanden wie dich, ganz allein zu einem fremden Mann aufs Hotelzimmer zu kommen?\"\n(Besonders absurd wirkt diese Frage, wenn mein Gegen\u00fcber da bereits nackt oder gar gefesselt auf dem Bett liegt oder gerade einen Riesenplug im Arsch hat und ich mich dann tats\u00e4chlich frage, wie er darauf kommt, dass ICH mich gerade in einer schutzloseren Situation befinde als er.)\nIch: \"Ist es nicht gef\u00e4hrlich, so f\u00fcr jemanden wie dich, von dem gerade niemand wei\u00df, wo er ist und mit wem er sich trifft, sich von einer fremden Frau in einem Hotelzimmer fesseln zu lassen?\nIch k\u00f6nnte die Minibar leer r\u00e4umen, dir deine Tasche klauen, dich gefesselt am Bett liegen lassen und dann meine 3 Schl\u00e4ger zu dir reinschicken, die drau\u00dfen im Flur nur auf meinen Pfiff warten.\"\n\nMeist verstehen die Fragesteller sehr schnell, worauf ich hinaus will und sparen sich weitere Kommentare. Falls doch noch etwas kommt, k\u00f6nnen sie sich auf einen kleinen Vortrag zum Thema Rape Culture gefasst machen.\n\nIm Ernst. ICH bin geoutet, es wei\u00df grunds\u00e4tzlich IMMER jemand, wo ich bin. Ich sichere mich selbst auf verschiedene Weisen ab.\nIch nutze in bestimmten Situationen ein Cover.\nIch lehne Sessions mit Personen, deren Diskretion ihnen z.B. wichtiger ist, als mein Sicherheitsbed\u00fcrfnis, grunds\u00e4tzlich ab.\nDu kennst meinen Namen, meinen Internetauftritt, wei\u00dft wie ich aussehe etc. und m\u00f6chtest mir nichtmal eine ordentliche Mail senden oder rufst mit unterdr\u00fcckter Nummer an, um \u201ekeine Spuren\u201c zu hinterlassen? Bye bye!\nVertrauen und Sicherheit gilt f\u00fcr BEIDE SEITEN!\n\nIch empfehle grunds\u00e4tzlich, sich eventueller Gefahren beim Aufeinandertreffen fremder Personen bewusst zu sein.\nDabei ist es egal, ob es um das spontane Tinder-Date oder einen Escort-Termin im Luxus-Hotel geht.\nSichert euch ab und zwar so, dass IHR euch wohl f\u00fchlt.\nInformiert ein Cover, w\u00e4hlt den Treffpunkt dementsprechend aus, lasst euch zu nichts \u00fcberreden, wovon ihr nicht \u00fcberzeugt seid, verzichtet auf die Einnahme von Drogen, verlasst euch auf euer Bauchgef\u00fchl.\n\nDer Beitrag wurde nun doch etwas l\u00e4ngerer und beim Schreiben fielen mir noch soooo viele Sachen ein, auf die ich jetzt gar nicht eingehen konnte.\nVielleicht dann in einem der n\u00e4chsten Beitr\u00e4ge.\nFalls ihr konkrete Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir eine <a href=\"https:\/\/princesszuleika.de\/kontakt\">Mail<\/a>. Ich freue mich \u00fcber Input, Ideen und konstruktive Kritik.\n\nLiebe Gr\u00fc\u00dfe und viel Freude bei kinky Abenteuern!\nZuleika","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[33,314,517,238,480,519,277,521,516,483,482,518,479,478,481,520,484],"class_list":["post-3446","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-bdsm","tag-blog","tag-devotion","tag-dominant","tag-einvernehmlichkeit","tag-grenzen","tag-kink","tag-kommunikation","tag-masochismus","tag-metakonsens","tag-rack","tag-sadismus","tag-safety","tag-sicherheit","tag-ssc","tag-tabus","tag-tpe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3446","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3446"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3446\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6658,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3446\/revisions\/6658"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3446"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3446"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/princesszuleika.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3446"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}