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Gedanken zum Thema Sicherheit im BDSM-Kontext

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Gedanken zum Thema Sicherheit im BDSM-Kontext

Allgemein / 11. April 2019 / 2 Comments

In letzter Zeit hatte ich öfter Gespräche zu wiederkehrenden Themen und ich bekam immer wieder ähnliche Fragen und Aussagen zu hören. Vor allem Neulinge oder Außenstehende sind manchmal ganz erstaunt, dass es doch (sowohl für die Community im Ganzen, als auch für mich individuell als Einzelne) sehr deutliche Regeln im BDSM-Kontext gibt, die transparent und klar definiert und kommuniziert werden. Oft muss ich mit Vorurteilen aufräumen. Natürlich gibt es nicht “den richtigen SM”, aber das ein oder andere halte ich dennoch für wichtig zu erwähnen, um sich zumindest grob und v. a. als Anfänger an bestimmten Prinzipien orientieren zu können.
Vielleicht interessiert das ein oder andere ja auch manche der Lesenden hier.

Nun also:
Ein paar Erklärungen und meine Gedanken u. a. zum Thema “Sicherheit”, speziell im Bereich BDSM.

Gleich vorweg: Alles, was ich in meinem Blog von mir gebe, spiegelt, wenn nicht anders deutlich gekennzeichnet, lediglich MEINE persönliche Meinung, meine Philosophie und meine Vorstellungen wider.
Ich persönlich lasse meine ganz private Einstellung zum Thema Sexualität, BDSM, Kink in meine Arbeit als professionelle Bizarrlady einfließen und lege Wert darauf, dass meine Spielpartner, egal ob im Studiokontext, privat oder sonstwo, damit kompatibel sind.

Definition:

BDSM (ja, fangen wir bei den Basics an… schadet nicht)

ist ein Akronym und die Buchstaben stehen für

B & D Bondage & Disziplin
D & S Dominance & Submission
S & M Sadism & Masochism

Allein hier wird deutlich, dass BDSM verschiedene Aspekte zusammenfasst, die sich individuell überschneiden, aber auch getrennt voneinander existieren können und in ihrer Ausprägung, Intensität und Art der konkreten Umsetzung von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen können.

Ich unterscheide bei der Rollenverteilung unter:

Dominant (führend, bestimmend) / Devot  (submissiv, ergeben, unterwürfig, dienend)

Sadistisch / Masochistisch (Lustgewinn durch Schmerz zufügen / empfangen, Stichwort “Lustschmerz”, bitte nicht verwechseln mit dem Begriff Sadismus im pathologischen Sinne. Einvernehmlicher SM und rücksichtslos angewandte GEWALT sind nicht das Gleiche!!!)

Aktiv / Passiv (Gebend / Empfangend)

Beispiele zur Verdeutlichung befinden sich in meinen FAQs.

Wie bereits erwähnt, dies sind nur Beispiele, um die Vielfältigkeit zu demonstrieren, Sexualität hat unzählige Facetten und umso wichtiger ist es, dass im Vornherein eine ordentliche ehrliche Kommunikation stattfindet, Bedürfnisse ausgesprochen werden und das eigene Verhalten reflektiert betrachtet wird.
Wir haben eine Verantwortung für unser Gegenüber, vor allem, wenn wir uns selbst in einer aktiven/dominanten Rolle befinden. Und meiner Meinung nach noch ein bisschen mehr, wenn man sich in einem professionellen gewerblichen Kontext bewegt. (Ich schweife ab, das werden vll demnächst doch ein paar mehr Blogbeiträge. Ich hab zurzeit eindeutig zuviele Gedanken im Kopf, die raus müssen.)

Inwieweit man gemeinsam Grenzen ausloten und ggf. auch ausdehnen kann/darf wird klar kommuniziert und es bedarf jeder Menge Vertrauen, Empathie und Feingefühl und REDEN, REDEN, REDEN, um eine gesunde Basis für grenzüberschreitende Spiele zu schaffen.
Ich spreche bewusst von GRENZEN, auf TABUS gehe ich später ein.

AFTER CARE

In einer Session kann viel passieren, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, alles schon erlebt.
Es kommen Gefühle auf, man erlebt Unerwartetes, der Körper reagiert anders, als bisher gewohnt oder man fällt plötzlich in ein tiefes Loch. Man schämt sich vielleicht, ist erstaunt über sich selbst oder vielleicht auch erschrocken.
Ich gehe mit einer Person bewusst in eine Session hinein und ich gehe auch wieder bewusst aus der Session raus. Bewusst, achtsam, präsent.
Im privaten Kontext kann man natürlich noch individueller und zeitlich weniger eingeschränkt auf sein Gegenüber eingehen als im Studiokontext, aber für mich persönlich gehört ein „Ankommen“ und von mir „zurückgeholt werden“ zur Session dazu.
Kurz liegen bleiben, wieder ankommen, einen Schluck trinken und sich ggf. nochmal aussprechen. Reflektieren. Reden. Manchmal kommen die relevanten Gedanken auch erst im Nachhinein auf. Gern kann man mir in dem Fall eine Email schreiben, um mir ein Feedback zu geben oder mir einfach mitzuteilen, wie man etwas empfunden hat und worauf man in einer folgenden Session aufbauen möchte.

TABUS im Gegensatz zu Grenzen

Ich bin persönlich der Meinung, dass das Wort „Tabu“ oft inflationär benutzt wird.
Aber der Einfachheit wegen erwarte ich bei einer Sessionanfrage natürlich die grobe Beschreibung von Vorlieben und Tabus, damit ich etwas habe, woran ich mich orientieren kann.

Interessant finde ich jedoch immer wieder, wie schnell ein vermeintliches „Tabu“ innerhalb kurzer Zeit aufgelöst werden kann.

Beispiel:
Person schreibt, dass „anale Spiele“ ein Tabu darstellen.
Ich nehme das erstmal zur Kenntnis und im Rahmen der Session frage ich, wie es denn mit einer sanften Prostatamassage aussieht.
Person bekommt große Augen und sagt „ja klar, mit Tabu meinte ich eher sowas wie Strapon und große Plugs, aber einer Prostatamassage bin ich nicht abgeneigt und vielleicht können wir mal ein Vibroei austesten.“
Also, wir halten fest: Anal ist kein Tabu. Es kommt auf den konkreten Kontext an.

Anderes Beispiel:
Person berichtet mir von einer extremen Nadelphobie. Nadeln sind demnach Tabu.
Nach 3 oder 4 Sessions greife ich das Thema nochmal auf. Die Person ist mittlerweile neugierig, irgendwie reizt es sie, sich Ängsten zu stellen und immer, wenn ich das Thema anspreche, merke ich, wie aus einem vorerst großen „Tabu“ einem „Hard Limit“, ein „Soft Limit“ und dann ein „naja, ich vertraue ihr und vll würde es mich ja kicken, jetzt will ich es endlich mal austesten…“ wird.
Nach 4 Sessions setze ich der Person das erste mal 3 Nadeln. Oberflächlich an der Brust. Seitdem bauen wir Nadeln immer mal wieder in Sessions ein und experimentieren mit verschiedenen Größen und Körperstellen. Nadeln sind kein Tabu mehr.
Was mich daran kickt? Dieses unfassbare Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und der Stolz und die Freude meines Gegenübers, sich seinen Ängsten gestellt zu haben. Und das Wissen, dass die nächsten Arztbesuche nach dieser Konfrontationstherapie ab sofort kein Problem mehr darstellen.

Was lernen wir daraus:
Kommunikation hilft.
Tabus/Hard Limits sollten natürlich niemals ohne vorherige Absprache angetastet werden und prinzipiell erstmal respektiert werden. Aber meiner Meinung nach darf darüber gesprochen werden und sie können manchmal etwas differenzierter formuliert werden.
Es ist ein Unterschied, ob Stromspiele zum Beispiel aufgrund eines Herzfehlers wirklich indiskutabel tabu sind, oder ob aufgrund von Hemmungen, Ängsten oder auch manchmal Unwissenheit gewisse Praktiken erstmal abgelehnt werden, bis man bereit dafür ist.


CODEWORT

Das Nutzen eines Codeworts ist in der BDSM-Szene umstritten.
Manche sind der Meinung, es sei absolute Pflicht, während andere befürchten, dass mit einem Codewort die Grenzen des Subs vielleicht sogar noch eher überschritten werden, weil sich zum Beispiel nicht getraut wird, es auszusprechen oder weil Sub so im Adrenalinhöhenflug ist und gar nicht rechtzeitig merkt, dass der nächste Rohrstockschlag vielleicht einer zuviel sein wird.
Ich persönlich sehe MICH in erster Linie auch in der Verantwortung, in solchen Fällen das Risiko selbst abzuschätzen, statt mich nur auf das Rufen eines Codeworts zu verlassen. Ich möchte bei meinem Gegenüber eine bestimmte Wirkung erzeugen und beobachte genau.
Ich taste mich gern vorsichtig voran und nutze ggf. ein Zahlensystem (Steigerung 1 bis 10 z. B.) oder ein Ampelsystem (grün, gelb, rot), um die Intensität der jeweiligen Praktik zu überprüfen und dann gemeinsam mit meinem Gegenüber herauszufinden, wie weit wir gehen können oder wollen.
Ein „rot“ oder „10“ führen dann nicht zum sofortigen Abbruch der Session oder der jeweiligen Praktik, so wie es bei einem Codewort oftmals der Fall ist, sondern zu einer Abschwächung der Intensität oder einer Pause, wenn nötig.
Damit fahre ich sehr gut.
Ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein beider Seiten und bevorzuge es, auch innerhalb der Session in Kommunikation zu bleiben, verbal oder non-verbal und auf gegenseitige Reaktionen zu achten, um eine gute Balance z.B. von Lust und Schmerz aufrecht zu erhalten, durch das sich das vorzeitige Beenden durch ein Codewort erübrigt.
Aus diesen Gründen nutze ich in meinen Sessions nur in den seltensten Fällen ein Codewort im klassischen Sinne, außer ich sehe einen Grund darin, ein sofortiges Stoppsignal zu vereinbaren.
Für den Fall, dass mein Gegenüber sich aufgrund einer Fesselung oder Knebelung nicht bemerkbar machen kann, habe ich bestimmte Signale, die ich im Vornherein vereinbare. Das kann zum Beispiel das Öffnen und Schließen einer Faust oder das Schütteln mit dem Kopf sein o.ä.
Ich möchte hier nochmal ganz deutlich darauf hinweisen, dass JEDER Beteiligte an einer Session zu JEDERZEIT berechtigt ist, Unwohlsein zu äußern, die Session zu unterbrechen oder gar zu beenden. Auch mir als aktiver Part kann etwas plötzlich zuviel werden, auch ich kann getriggert werden oder mal überfordert sein. Es ist zwar in den letzten Jahren wirklich nur sehr selten vorgekommen, aber auch ich habe es schon erlebt, dass ich eine bestimmte Praktik plötzlich nicht weiter umsetzen konnte, weil es z. B. in dem Moment körperlich zu anstrengend für mich wurde. Professionelle Sexarbeiter/innen sind auch nur Menschen. Bitte vergesst das nicht.


SSC / RACK

Wie eben erwähnt, ist sich die Community nicht immer einig, was Sicherheitsvorkehrungen innerhalb von Sessions angeht. Letztenendes muss das jeder für sich entscheiden und ist oftmals auch abhängig von bestimmten Faktoren.
Für mich persönlich ist es wichtig, dass MEINE eigenen Tabus und Grenzen gewahrt werden und ich keine Praktiken umsetze, in denen ich mich nicht sicher oder kompetent genug fühle oder die ich nicht mit meinem Gewissen oder meiner Vorstellung von BDSM vereinbaren kann.

Je besser ich mein Gegenüber kenne, desto einfacher wird es, auf gegenseitige Bedürfnisse einzugehen und Reaktionen besser einzuschätzen.

Die BDSM-Szene spaltet sich im Groben in zwei Lager, die zwei verschiedene Modelle verfechten:
SSC (Safe, Sane, Consensual, also: sicher, vernünftig, einvernehmlich)
RACK Risk-aware consensual kink

Ersteres, das Konzept SSC, wird von den meisten als moralisches Grundprinzip anerkannt.

Es ist meiner Meinung nach jedoch wichtig, dass jede Komponente einzeln betrachtet wird und dass z. B. die Auffassung von „sicher“ zwischen verschiedenen Personen variieren kann. Es ist sehr schwer, einem objektiven Verständnis von „Sicherheit“ gerecht zu werden.
Eine Praktik, die für den einen SSC ist, kann von einer anderen Person als eher unsicher aufgefasst werden, weswegen sie diese ablehnt, da sie für sie eben nicht jede Komponente von SSC erfüllt.

Ich empfinde SSC zur moralischen Orientierung gerade für Anfänger als sinnvoll, möchte aber aufgrund eigener Erfahrungen und meinem Grundverständnis von BDSM noch auf das Alternativmodell RACK hinweisen.

Ich persönlich habe im Laufe der letzten Jahre schon Praktiken umgesetzt, die bestimmt nicht „sicher“ waren und Außenstehende würden mir vermutlich auch einen Mangel an Vernunft vorwerfen, aber mein Gegenüber und ich wollten das Risiko nach genauer Abschätzung und dementsprechender Vorbereitung in Kauf nehmen.
Das Prinzip RACK setzt auf einvernehmliches risikobewusstes Ausleben von BDSM-Praktiken mit dem Hintergrundgedanken, dass Risiken immer individuell und kontextabhängig vor der Session abgeschätzt werden sollten und es objektive Sicherheit bei potentiell gefährlichen Praktiken nicht wirklich gibt.
Zu Unfällen kann es IMMER kommen, auch wenn man vermeintlich „sicher“ gearbeitet hat.

Um BDSM ganz klar von Gewalt abzugrenzen ist jedoch bei allen Verhaltensmodellen die Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten absolut unverzichtbar.


METAKONSENS („consensual non-consent“, einvernehmliche Nichteinvernehmlichkeit)

Schwieriges, aber wichtiges Thema. Als professionelle Sexarbeiterin lehne ich den Metakonsens ab, ich betrachte Blackmailing, Praktiken unter realem “Zwang”, extrem authentische R*peg*mes oder Total Power Exchange skeptisch und ab einem gewissen Ausmaß sind diese Dinge für mich eher abschreckend.
Aber hier und da gibt es dennoch Aspekte, die man etwas differenzierter betrachten muss, bevor man sich eine Meinung bildet.
Ich spiele u. a. z. B. sehr gern mit Paaren und ich akzeptiere die Rollenverteilung innerhalb deren Beziehung (z. B. TPE), aber ich möchte mich gern auch selbst absichern und daher ist es für mich unumgänglich, zumindest ein “OK” von dem Part zu hören, den ich dominiere, erniedrigen, schlagen… soll/darf.
Ich möchte prinzipiell immer die Bestätigung der/s jeweiligen Sub/s hören, bevor ich als Spielpartnerin hinzu komme oder ein Spiel beginne, aus dem es evtl. kein schnelles Entkommen gibt.
Auch wenn ich den Kick hinter einer gewissen “Nichteinvernehmlichkeit” teilweise nachvollziehen kann. Es ist für manche spannend und erregend, sich komplett hinzugeben, keine Entscheidungen mehr treffen zu müssen und die Verantwortung abzugeben. Im Rahmen von gefestigten, langfristigen Beziehungen mag dies auch relativ gut umsetzbar sein. In zeitlich begrenzten Rahmen bin ich damit auch einverstanden.
Ich kann verstehen, welch befreiendes Gefühl es ist, einfach nicht mehr nachdenken zu müssen/wollen. Es widerspricht jedoch je nach Ausmaß meiner Vorstellung von Selbstbestimmtheit, Selbstachtsamkeit und Selbstverantwortung. Ich suche die Interaktion, das Geben und Nehmen. Ich möchte keine Abstürze riskieren. Ich möchte stützen, nicht tragen.
Ein “Mach mit mir, was du willst!” kickt mich zwar im Rahmen von einzelnen zeitlich begrenzten Rollenspielen, ersetzt aber weder das Vorgespräch noch mein vorheriges Nachfragen, bevor ich bestimmte Praktiken umsetze. Es ersetzt kein Aufklärungsgespräch über gewisse Konsequenzen oder Risiken. Dominanz hin oder her, es ist letzten Endes DEIN Körper, DEINE Gesundheit, DEINE Psyche. Für all das WILL ich einfach gar nicht die komplette Verantwortung übernehmen.
Gerade bei “Tunnelspielen”, die aufgrund der Art des Spiels z. B. keinen vorzeitigen Abbruch möglich machen, ist das wichtig zu verstehen. Lass uns gemeinsam darüber reden, sei dir über all das bewusst. Lehne dich nicht zurück und verzichte aus Unsicherheit, mangelnder Selbstachtung oder purer Bequemlichkeit auf deine Eigenverantwortung.

SAFER SEX / HYGIENE

Leider sind einige sexuell übertragbare Krankheiten wieder auf dem Vormarsch, weswegen ich es hier kurz in Erinnerung rufen möchte.
Ich möchte jedoch ungern den Moralapostel spielen und ich bin auch kein Fan von einer gesetzlich vorgeschriebenen Kondompflicht oder Zwangsberatungen a la Pseudo-Prostituierten-Schutz-Gesetz.
Ich denke, mit ordentlicher Aufklärungsarbeit, Enttabuisierung und freiwilligen (kostenlosen) Beratungsangeboten wäre vielen deutlich mehr geholfen. Ich bin dafür, Rechte zu stärken, statt Pflichten aufzuerlegen.
Und ich appelliere auch hier an die nötige Eigenverantwortung. MEIN Körper, MEINE Entscheidung. DEIN Körper, DEINE Entscheidung.
Ob und inwieweit ich in einer Session berührbar bin und ob ich auf die Nutzung irgendwelcher Sicherheitsvorkehrungen bestehe, unterliegt ganz allein meiner Entscheidung.
Im Umkehrschluss akzeptiere ich aber natürlich auch, wenn jemand bestimmte Handlungen nur unter Anwendung eines Kondoms, dental condoms, Handschuhen oder mit Verzicht auf Spitting oder NS o.ä. umsetzen möchte.
Auch wenn jemand eigenes Equipment (z.B. Dilatoren oder Plugs) mitbringt und mich darum bittet, ausschließlich diese zu nutzen, ist das für mich absolut ok und begrüßenswert.

Anatomisches Hintergrundwissen, Kenntnisse über Ansteckungsgefahren, die gewissenhafte Desinfektion und richtige Nutzung von Toys und Equipment und das Waschen von Handtüchern und Reinigen der Bäder nach jedem Gast sind für mich selbstverständlich.
Genauso wie regelmäßige Gesundheitschecks.

Wer sich selbst informieren möchte oder sich einem Gesundheitscheck unterziehen möchte, kann beim nächstgelegenen Gesundheitsamt nachfragen.
Oftmals sind dort anonyme und kostenlose Beratungen und regelmäßig auch HIV-Tests möglich.
Ansonsten sind komplette Blutuntersuchungen auch beim Arzt möglich, die Kosten hierfür müssen jedoch in den meisten Fällen selbst getragen werden.

 

COVER / ABSICHERUNG

Desöfteren erlebte ich folgende Situation (vor allem bei Hotelbesuchen)

XYZ: “Ist es nicht gefährlich, so für jemanden wie dich, ganz allein zu einem fremden Mann aufs Hotelzimmer zu kommen?”
(Besonders absurd wirkt diese Frage, wenn mein Gegenüber da bereits nackt oder gar gefesselt auf dem Bett liegt oder gerade einen Riesenplug im Arsch hat und ich mich dann tatsächlich frage, wie er darauf kommt, dass ICH mich gerade in einer schutzloseren Situation befinde als er.)
Ich: “Ist es nicht gefährlich, so für jemanden wie dich, von dem gerade niemand weiß, wo er ist und mit wem er sich trifft, sich von einer fremden Frau in einem Hotelzimmer fesseln zu lassen?
Ich könnte die Minibar leer räumen, dir deine Tasche klauen, dich gefesselt am Bett liegen lassen und dann meine 3 Schläger zu dir reinschicken, die draußen im Flur nur auf meinen Pfiff warten.”

Meist verstehen die Fragesteller sehr schnell, worauf ich hinaus will und sparen sich weitere Kommentare. Falls doch noch etwas kommt, können sie sich auf einen kleinen Vortrag zum Thema Rape Culture gefasst machen.

Im Ernst. ICH bin geoutet, es weiß grundsätzlich IMMER jemand, wo ich bin. Ich sichere mich selbst auf verschiedene Weisen ab.
Ich nutze in bestimmten Situationen ein Cover.
Ich lehne Sessions mit Personen, deren Diskretion ihnen z.B. wichtiger ist, als mein Sicherheitsbedürfnis, grundsätzlich ab.
Du kennst meinen Namen, meinen Internetauftritt, weißt wie ich aussehe etc. und möchtest mir nichtmal eine ordentliche Mail senden oder rufst mit unterdrückter Nummer an, um „keine Spuren“ zu hinterlassen? Bye bye!
Vertrauen und Sicherheit gilt für BEIDE SEITEN!

Ich empfehle grundsätzlich, sich eventueller Gefahren beim Aufeinandertreffen fremder Personen bewusst zu sein.
Dabei ist es egal, ob es um das spontane Tinder-Date oder einen Escort-Termin im Luxus-Hotel geht.
Sichert euch ab und zwar so, dass IHR euch wohl fühlt.
Informiert ein Cover, wählt den Treffpunkt dementsprechend aus, lasst euch zu nichts überreden, wovon ihr nicht überzeugt seid, verzichtet auf die Einnahme von Drogen, verlasst euch auf euer Bauchgefühl.

 

Der Beitrag wurde nun doch etwas längerer und beim Schreiben fielen mir noch sooooviele Sachen ein, auf die ich jetzt gar nicht eingehen konnte.
Vielleicht dann in einem der nächsten Beiträge.
Falls ihr konkrete Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir eine Mail. Ich freue mich über Input, Ideen und konstruktive Kritik.

Liebe Grüße und viel Freude bei kinky Abenteuern!
Zuleika

2 Comments
  • C. Kull | Mai 11, 2019 | Antworten

    Danke Euch sehr Prinzessin für diesen wunderbaren Blog Beitrag, es war sehr aufschlussreich und Informativ. Ich bin gespannt was Euch noch so eingefallen ist. Danke Euch wirklich mich in Eure Gedanken blicken zu lassen.

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